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Historie

1888 wurde der Kalmenhof von einer Gruppe engagierter Bürger, fast alle aus Frankfurt und der Umgebung, als überkonfessionelle Einrichtung gegründet. Zu den Gründern gehörten der evangelische Pfarrer Rudolf Ehlers, der bedeutende jüdische Sozialmäzen Charles Hallgarten und der ebenfalls jüdische Frankfurter Sozialpolitiker Karl Flesch. Ihr Ziel und das der weiteren Gründungsmitglieder war es, geistig behinderten Menschen in der damals noch relativ ländlichen Gemeinde Idstein eine Unterbringung zu ermöglichen, die ihnen zuträglicher sein würde als die Großstadt Frankfurt. Zugleich sollten sie dort auch die Möglichkeit haben, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und damit zu ihrem Unterhalt einen Beitrag zu leisten.

Bis 1933 kann der Kalmenhof als Reformanstalt gelten, bereits kurz nach Beginn des NS-Regimes wurde die als Verein geführte Einrichtung von nationalsozialistischen Parteigängern quasi übernommen. Entsprechend wurde die Situation der im Kalmenhof lebenden geistig behinderten Menschen immer bedrohlicher, bis viele von ihnen Opfer des 1939 einsetzenden Krankenmordes wurden.

Der Kalmenhof wurde nach 1945 als Behinderten- und Jugendhilfe- (damals noch Sozialfürsorge genannte) Einrichtung vom Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) weitergeführt. Die Zustände in vielen deutschen Heimen waren bis in die 70er Jahre hinein geprägt von einem Verständnis von Heimkindern als permanent gefährdeter und nur durch strengste, wenn nicht sadistische Zucht vor dem Abrutschen in Kriminalität oder Prostitution zu bewahrender Zöglinge. Dies galt auch für den Kalmenhof, der sich in enger Abstimmung mit dem LWV offensiv bemüht, diesen Teil seiner Geschichte aufzuarbeiten.

Heute ist der Kalmenhof eine Einrichtung, deren Fachlichkeit und ressourcenorientierte, wertschätzende Haltung gegenüber den Klienten und Klientinnen in Fachkreisen hohe Anerkennung genießt.

Eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Kalmenhofs finden Interessierte unter dem Stichwort Kalmenhof bei Wikipedia.